Pascal-Tutorial Kapitel 1
| Pascal-Tutorial | |
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| Allgemeines Kapitel 1 (Einleitung) Kapitel 2 (Daten) Kapitel 3 (Anweisungen) Kapitel 4 (Ein- und Ausgabe) Kapitel 5 (Unterprogramme) Kapitel 6 (Felder und Strukturen) Kapitel 7 (Dateien) | |
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In diesem Kapitel 1 des Pascal-Tutorials behandeln wir die Geschichte und grundlegende Eigenschaften von Pascal.
Geschichte
Pascal wurde ca. 1971 an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule (ETH) Zürich von Niklaus Wirth entwickelt. Sie wurde vor allem als Lehrsprache an Schulen und Universitäten genutzt, da sie leicht erlernbar ist, aber im Gegensatz zu BASIC strukturiertes Programmieren unterstützt. Aber auch in Unternehmen wurde und wird Pascal eingesetzt, speziell in der weiterentwickelten Windows-Version "Delphi" von Inprise/Borland.
In den letzten Jahren wurde Pascal zunehmend von Java als Unterrichtssprache verdrängt. Diese hat Vor-, aber auch Nachteile. Während Pascal außerhalb der Lehre relativ geringe Bedeutung hat, konnte sich Java auch im kommerziellen Sektor etablieren. Das Erlernen von Java ist also ökonomisch sinnvoller. Jedoch ist Pascal viel einfacher zu lernen, besonders wenn man man noch keinerlei Vorkenntnisse hat.
Grundlagen
Pascal ist eine imperative Programmiersprache. Dies bedeutet, dass mittels Befehlen programmiert wird. Der Programmierer gibt dabei dem Computer eine Reihe an Befehlen (auch Anweisung, Statement), die dieser in exakt der gegebenen Reihenfolge auszuführen hat. Zusätzlich werden mittels Verzweigungen und Schleifen unterschiedliche Wege durch den Sourcecode vorgegeben.
Typisches Merkmal derartiger Sprachen - etwa auch C/C++ oder Java - ist eine Blockbildung. Codestücke, die zusammengehören und gemeinsam ausgeführt werden sollen, werden in Blöcken zusammengefasst; dies entspricht etwa dem Kapitel-Konzept von Texten. Ohne den Einsatz von Verzweigungen und Schleifen werden Blöcke hintereinander ausgeführt, ebenso werden innerhalb eines Blockes die Anweisungen hintereinander durchgeführt. Blöcke können auch geschachtelt werden, d.h. innerhalb eines Blockes kann es weitere Unter-Blöcke geben. Wie später noch ausführlicher beschrieben wird, werden Blöcke in Pascal mittels BEGIN eingeleitet und mittels END beendet.
BEGIN | <-- Hauptblock
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BEGIN | |
| | <-- Unterblock
END | |
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BEGIN | |
| | <-- Weiterer Unterblock
END | |
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END | <-- Ende des Hauptblockes
Das erste Programm
Ein normales Pascal-Programm besteht aus folgenden Teilen: Programmkopf, Deklarationsteil, Anweisungsteil.
- Programmkopf
Im Programmkopf wird der "Name" des Programms bekannt gegeben; dies hat auf das eigentliche Programm keine Auswirkung und kann in einigen Sprachvarianten von Pascal gänzlich entfallen.
- Deklarationsteil
Hier werden Variablen angelegt, Typen definiert und "Units" eingebunden. Mehr dazu später.
- Anweisungsteil
In diesem Abschnitt befindet sich der eigentliche Programm-Code. Der Block beginnt mit "BEGIN" und endet mit "END.". Außerdem enthält er eventuelle Unterprogramme.
- Beispielprogramm
PROGRAM Mein_erstes_Program; (* Diese Zeile ist der Progammkopf *)
VAR zahl:integer; (* Deklarationsteil *)
BEGIN (* ab hier Anweisungsteil *)
writeln('Test');
writeln('Noch ein Test');
END. (* Anweisungsteil Ende *)
Nachdem Sie das Programm eingetippt haben, muss es der Compiler in ein ausführbares Programm übersetzen, also in eine EXE-Datei (unter DOS/Windows) oder ein executable (unter Linux).
- Unter Turbo Pascal wählen Sie dazu im Menu "Start" den Eintrag "Ausführen"; ähnliche Menupunkte gibt es auch in anderen Programmierumgebungen. Achtung: da dies ein sehr kurzes Programm ohne Eingabe ist, wird es sehr schnell ausgeführt und sofort zur Programmierumgebung zurück gekehrt. Unter Turbo Pascal können Sie mit der Tastenkombination [ALT]+[F5] die Ausgabekonsole anzeigen, auf der die Ausgaben des Programmes angezeigt werden.
- Arbeiten Sie auf der Kommandozeile, etwa mit Free-Pascal, so führt im einfachsten Fall die Eingabe von
fpc meinprogramm.paszur Übersetzung. Wurde das Programm fehlerfrei übersetzt, können Sie es mitmeinprogrammstarten. meinprogramm ist dabei natürlich durch den Dateinamen ihrer Datei zu ersetzen.
- Einige Hinweise zu diesem Beispielprogramm und zu Pascal ganz allgemein
- Pascal ist nicht case-sensitive, d.h. es unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. Anstatt "PROGRAM" hätten Sie genauso "program" oder "PrOgRaM" schreiben können.
- Der Programm-Name (im Beispiel "Mein_erstes_Program") muss ein Wort sein, darf also keine Leerzeichen enthalten. Ebenso dürfen keine Sonderzeichen verwendet werden. Dies gilt auch für alle anderen "Namen" (etwa Unterprogramm- oder Variablen-Namen). Leezeichen können etwa durch das (erlaubte!) Sonderzeichen "_" ersetzt werden.
- Nach jeder Anweisung und Vereinbarung muss ein Strichpunkt gemacht werden, bis auf wenige Ausnahmen. So gehört am Programmende nach dem letzten END stattdessen ein Punkt, direkt nach "BEGIN" und vor "END" benötigt man keinen Strichpunkt, vor "ELSE" darf man keinen setzen.
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